Larry McCoy rettet die Rebels

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Das GFL-Team der Berlin Rebels setzt sich nach einer in den Schlussminuten dramatischen Auseinandersetzung gegen die Kiel Baltic Hurricanes mit 19:17 durch.

Der Unterschied zwischen beiden Teams an diesem Pfingsonntag war Running Back Larry McCoy. Zunächst mit Läufen über 40 bzw. 14 Yards in die Endzone der Canes für die Führung (PAT Maximilian von Wachsmann) und den späteren Anschluss zum 13:17 sorgend, rettete die #28 der Rebels mit seinem Lauf über 31 Yards bis in die Hälfte der Canes eine Mannschaft, die eigentlich schon geschlagen war. Foto: frtp.de_Dannhaus

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Diese Vorarbeit seines Ballträgers bei unter zwei Minuten verbleibender Spielzeit ermöglichte es Quarterback Terell Robinson, nach zwei eigenen Läufen bis an die Kieler 13-Yard-Linie mit Pass auf Darius Outlaw den Sack zuzumachen. Sein Sieg bringender Catch allein war spektakulär, zumal das eigene Passspiel wegen des starken Windes und immer wieder einsetzenden Regens nicht so lief wie zuletzt gegen die Monarchs. Einzig beim Rückpass von Robinson auf Outlaw und dessen anschließender „Granate“ auf Matthias Wolff, der den Ball allerdings nicht fangen konnte, ging ein Raunen durch das Publikum.

Zwischen dem ersten und dem letzten Score des Spiels war auf beiden Seiten viel Leerlauf zu sehen. Auch ohne die beiden gesperrten Linebacker Atakan und Baunacke hatten die Hauptstädter den blassen Gästeangriff gut im Griff. Größtes und immer wiederkehrendes Manko der Rebellen: die vielen Flaggen. Ob es nun fehlende Konzentration oder Übereifrigkeit war, fünf Offsides der Defense allein bis zum Halbzeitpfiff sind definitiv zu viel. Dazu kamen wieder etliche andere Fouls und so 120 Yards an Strafen zusammen.

Zumindest dieses Ergebnis konnten die Gäste von der Förde noch bei weitem toppen. Etliche 15-Yarder, auch immer wieder bei den brandgefährlichen Kickoffreturns der Charlottenburger entstehend, verbesserten deren jeweilige Feldpositionen erheblich. Die Rebels vermochten es jedoch nicht, diese entscheidend zu nutzen. Der Angriff blieb insgesamt blass, ohne McCoy wäre an diesem Tag auch gegen ein schwaches Kieler Team nicht sehr viel gegangen. Das Kicking Team hatte ebenfalls keinen guten Tag. In engen Spielen zählt bekanntlich jedes Field Goal und jeder PAT besonders.

Das machten die Gäste besser. Nach dem Ausgleich von Benedikt Englmann nach Pass von Quarterback Logan Schrader (PAT Thiadric Hansen) und dem 35-Yard-Fieldgoal von Hansen im zweiten Spielabschnitt, erhöhten die Canes durch die Kombination Schrader/Lennart Stolina nach der Pause auf 17:07. Eine Interception des Kieler Quarterbacks auf Bekim Bujari leitete dann das bereits erwähnte 13:17 aus Sicht des Gastgebers ein. Auch diesem gingen zwei Läufe des überragenden Running Backs der Rebels voraus.

Fast wäre den Hauptstädtern der verschossene Fieldgoalversuch kurz vor der Halbzeit und der vergebene PAT nach dem Anschluss zum Verhängnis geworden, aber ein Snapfehler beim 24-Yard-Fieldoalversuch zu Beginn des Schlussabschnitts verhinderte eine höhere Führung der Norddeutschen. Diese kamen zwar unmittelbar danach durch einen Fumble der Gastgeber wieder in Ballbesitz, entschieden sich aber bei 4. und Inches in der gegnerischen Hälfte, den Ball abzugeben. Das erwies sich in der Konsequenz bei noch unter drei Minuten verbleibender Spielzeit als Fehler. Mit dem letzten Drive des Spiels bei verbleibenden 23 Sekunden erreichten die Canes dann nicht mal mehr die Mittellinie.

Mehr Fotos von diesem Spiel hat Stephan Dannhaus hier veröffentlicht.